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Hörgeräte
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"Ein Hörgerät dient dazu, Hörverluste bei Schwerhörigen auszugleichen" so lautet eine heute mehr als gängige Definition für ein Hörsystem.

Dabei erleiden Menschen mit einem Hörverlust noch viel größere Verluste als "nur" einen Hörverlust. Häufig sind auch die sozialen Kontakte betroffen, die aufgrund des Hörverlustes nicht mehr in gewohnter Weise gepflegt werden können. Auch können andere geistige Fähigkeiten durch den Hörverlust rapide sinken.

Damit ein Hörverlust nicht weitere Verluste nach sich zieht ist es also wichtig, einen solchen möglichst frühzeitig zu erkennen und mit geeigneten Massnahmen gegenzusteuern. Hier helfen, nach dem Besuch des Facharztes, die Hörgeräteakustiker mit einer reichhaltigen Palette technischer Möglichkeiten.

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Wir bieten in unserem Hause alle gängigen Versorgungsformen, die sich generell in drei Gruppen aufteilen lassen: eine Standard-Versorgung mit Hinter-dem-Ohr Geräten, Im-Ohr-Geräte für leichte bis mittelgradige Hörverluste und implantierbare Hörsysteme (etwa Knochenleitungs- oder Cochlea-Geräte) für angeborene oder hochgradige Schwerhörigkeiten. Die Wechselwirkungen zwischen der Hörgerätetechnik und dem Höreindruck sind ein Arbeitsfeld der Audiologie.

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Auswahl, Anpassung und Einstellung von Hörgeräten sind Aufgaben des Hörgeräteakustikers.

Sie möchten sich beraten lassen, dann vereinbaren Sie doch einfach einen Termin mit unseren Hörgeräteakustikern!

Hier finden Sie Beschreibungen der gängigsten Systeme:

"Hinter-Ohr-Systeme"

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Die Systeme werden - wie der Name sagt - „hinter dem Ohr“ getragen. Hier wird neben dem Hörsystem eine nach Maß angefertigte Otoplastik (Ohrpassstück) mit einem Schallschlauch benötigt. Diese Systeme sind in der Lage, Hörschäden am vielfältigsten auszugleichen. HdO-Systeme bieten recht viel Platz für Elektronik, so realisieren diese Geräte zahlreiche technische Möglichkeiten wie eine sehr hohe Verstärkungsleistung.

Bei starker Schädigung des Hörorgans lässt sich durch den großen Abstand vom Hörgerätemikrofon zum Schallaustritt nahe dem Trommelfell eine höhere Verstärkung ermöglichen, die Rückkopplungsanfälligkeit sinkt deutlich. Eine akustische Rückkopplung macht sich oft durch ein lästiges Pfeifen bemerkbar, das bei nicht passengenauem Ohrpassstück auftritt. Es kann auch bei unzureichend angepassten System geschehen, wenn sich der Träger mit dem Hörgerät einer Wand zuwendet.

"Im-Ohr-Systeme"

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Diese Hörsysteme werden „Im Ohr“ getragen. Die Elektronik des Systems ist in eine individuell angefertigte Hohlschale eingebettet und wird in den Gehörgang eingeführt. IdO-Hörsysteme können im Gegensatz zu HdO-Geräten die anatomischen Vorteile des Außenohres nutzen.

 

Im-Ohr-Hörsysteme gliedern sich in folgende Unterarten:

ITE: „In-The-Ear“. Das Gehäuse des Hörsystems füllt die Ohrmuschel (Concha) vollständig aus. Das System ist deutlich sichtbar. Aus kosmetischen Gründen kann die Oberfläche auch der Hautfarbe angepasst werden und/oder mit der Optik feiner Äderchen versehen werden.

ITC: „In-The-Canal“. Das Gehäuse des Hörsystems schließt mit dem vorderen Knubbel (Tragus) am Gehörgang ab. Die Ohrmuschel bleibt frei. Das System ist so kaum wahrzunehmen.

CIC: „Complete-In-Canal“. Das Gehäuse endet innerhalb des Gehörgangs und ist dadurch von außen so gut wie nicht mehr zu sehen. Diese Geräte haben meistens einen Nylonzugfaden um das System wieder aus dem Gehörgang ziehen zu können. Diese Systeme sind die kosmetisch unauffälligste Bauart.

Der Nachteil der Bauform liegt in der Lage im Gehörgang. Ein gewisser Durchmesser des Gehörgangs muss gegeben sein, damit die Bauteile des Gerätes Platz finden. Bedingt durch die oft sehr geringe Hörsystem-Größe, besteht vielfach keine oder nur eine geringe Belüftungsmöglichkeit (Venting), Schweiß- und Ohrenschmalzbildung werden oftmals begünstigt, was zu einer höheren Reparaturanfälligkeit führen kann.

Viele Im-Ohr-Geräteträger bemängeln durch die geringere Ventgröße ebenfalls eine unnatürliche eigene Stimme, abnorme Kaugeräusche und starke „Nebengeräusche“. Das Abfließen von Körperschall ist kaum möglich.

Eine Im-Ohr-Geräte-Versorgung ist nur für leichte bis mittelgradige Hörverluste möglich, bei starken Hörschäden entstünde durch den geringen Abstand vom Hörgerätemikrofon zum Hörer schnell eine Rückkopplung. In diesem Fall wird sollte eine „HdO“-Versorgung vorgezogen werden.

Hörbrillen

Bei Hörbrillen ist die Hörsystemtechnik in den Brillenbügeln untergebracht oder am Bügel montiert. Hinten am Bügel befinden sich oft Otoplastik und Batteriefach. Durch die inzwischen verfügbaren modischen Brillengestelle erlebt die Hörbrille, ausgestattet mit neuester digitaler Hörsystem-Technologie, wieder stärkere Beachtung. Durch eine einfach bedienbare Steckverbindung kann jederzeit die Brillenfront gewechselt werden. Der früher so oft vermutete Nachteil, dass bei einer Reparatur der Brille oder des Hörgerätes der Hörsystem-Träger unversorgt bleibt, trifft nicht mehr zu, da durch die Steckverbindung jederzeit ein Ersatzprodukt, schnell und unkompliziert, montiert werden kann.

Hörsystemimplantate

Heute gibt es neu entwickelte vollimplantierbare Hörsysteme. Diese haben aber bis heute noch keine FDA-Zulassung in den USA und werden zurzeit nur in Europa eingesetzt. Im Gegensatz hierzu gibt es ein wiederaufladbares, vollimplantierbares Hörsystem der Firma Otologics GmbH, das sowohl für die Innenohrschwerhörigkeit, als auch für die Schallleitungsschwerhörigkeit und die kombinierte Schwerhörigkeit die europäische Zulassung erhalten hat. Diese Firma hat auch ein teilimplantierbares System, das seit 2001 auf dem Markt ist. Vibrant Soundbridge ist ein teilimplantiertes Hörsystem von der österreichischen Firma Med-El. Hierbei wird lediglich der Lautsprecher implantiert – das Mikrofon und der Soundprozessor werden hinter dem Ohr getragen.

Knochenleitungshörgeräte

Bei besonderen Erkrankungen des Ohres wird auf Knochenleitungshörsysteme zurückgegriffen. Dabei wird der Schall nicht über die Luft im Gehörgang übertragen, sondern über den Knochen bis zu den Hörnerven geleitet. (Ein spezieller Anwendungsfall wäre z. B. ein nicht vorhandener Gehörgang bei ansonsten normalem Aufbau des Gehörs.)

Ein Knochenleitungshörgerät wandelt Schallsignale in Vibrationsschwingungen um. Der Hörer dieser Geräte, überträgt diese Vibrationen auf den Knochen hinter dem Ohr (Mastoid). Über den Schädelknochen wird das gesamte Mittel- und Innenohr in Schwingung versetzt und der Schwerhörige kann diese Schwingungen als gehörte Informationen wahrnehmen. Üblicherweise werden Knochenleitungshörgeräte in Brillenbügeln eingebaut. Ferner gibt es die Möglichkeit ein Taschenhörgerät mit einem Knochenleitungshörer zu tragen, der an einem Kopfbügel oder Stirnband befestigt wird. Eine weitere Variante der Knochenleitungshörgeräte sind knochenverankerte Geräte. Der HNO-Arzt implantiert hierbei eine Titanschraube im Schädelknochen. Das Hörgerät wird auf dieser Schraube befestigt (BAHA = Bone Anchored Hearing Aid). Für technische Anwendungen wird durch die Einkopplung in den Knochen erreicht, dass der Gehörgang selbst frei bleibt und damit das normale Raumhören nicht beeinträchtigt wird. Weiter kann die Energie für die Erzeugung der Schwingung des Knochens sehr fein dosiert werden, ohne dass Störungen der Umgebung den Vorgang der Einstellung überlagern. Hingegen ist der Frequenzgang eines Knochenschwingers völlig anders, so dass kein vergleichbarer Klang erreicht wird, wie bei einer Luftschallkopplung.

Tinnitusmasker, Tinnitusnoiser, Tinnitus-retraining-instrument

Gerade in den letzten zehn Jahren hat die Tinnitusbehandlung in der Hörgeräteakustik durch die Entwicklung neuer Geräte an Bedeutung gewonnen. Ein Tinnitusmasker, der sich optisch nicht unbedingt von einem Hörgerät unterscheidet, sendet ein in Frequenzbereich und Pegel fest definiertes Rauschen aus, das zum Zwecke der besseren Verträglichkeit des quälenden Tinnitusgeräusches dem betroffenen Ohr zugeführt wird. Bei normalhörenden Patienten wird eine offene Anpassung des Gerätes durchgeführt. (Zuvor ist es Aufgabe des Hörgeräteakustikers, eine Frequenz- und Pegelanalyse des Ohrgeräusches mit Hilfe des Patienten zu erstellen und das Rauschen des Gerätes dahingehend zu justieren.) Technisch gibt es zwischen Tinnitusmasker und Tinnitusnoiser keinen Unterschied; die Behandlungsstrategien unterscheiden sich jedoch grundlegend. Während ein Tinnitusmasker derart eingestellt wird, dass das Geräterauschen das vorhandene Ohrgeräusch gewaltsam überdeckt (was jedoch schwerwiegende Folgen in Zeiten der Nichtbenutzung haben kann), wird ein Tinnitusnoiser nur auf einen gleichwertig hohen Pegel eingestellt, so dass das betroffene Ohr beide Rauscharten gleichermaßen wahrnimmt. Hierdurch soll die vormals dominante Rolle des Tinnitus geschwächt werden; er wird – anders als beim Masking – zwar nicht übertönt, aber in seiner Bedeutung geschwächt. Die natürliche Filterfunktion des Ohres bzw. des Hörzentrums wird hierbei gefördert. Die Noiser-Behandlung erfordert eine zusätzliche psychologische Therapierung in Kliniken. Ein neuer Ansatz ist der Ausgleich mit Hilfe von schwachen Hörgeräten, da durch das Verstärken von Umweltgeräuschen die Filterfunktion des Hörzentrums noch besser angeregt wird.

Cochleaimplantat

Cochleaimplantate zählen streng genommen nicht zu den Hörgeräten, da hier die Reizung des Innenohres nicht über gewandelten Luft- oder Substratschall, sondern durch implantierte Elektroden stattfindet.

Sie möchten sich unverbindlich informieren? Dann nehmen Sie doch Kontakt zu einem Spezialisten in unseren Filialen auf: Wir helfen Ihnen gerne weiter!